Ecuador

In Ecuador herrscht grosse Armut. Viele Kinder haben keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Wir beugen zu frühe Schwangerschaft vor und verbessern die Qualität der Gesundheitsleistungen für schwangere Mädchen. Kinder wachsen in einer Umgebung auf, in der Gewalt ein Problem ist. Um dem entgegenzuwirken, helfen wir jungen Menschen in Konflikt mit dem Gesetz, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Auch schützen wir Kinder vor Ausbeutung und riskanter Migration.

Was wir tun

Zugang zur Justiz

Wir entwickeln alternative Massnahmen zum Freiheitsentzug für straffällig gewordene Jugendliche – mit dem Ziel, die gesellschaftliche Wiedereingliederung der Jugendlichen zu gewährleisten. Wir arbeiten mit der Justiz und anderen Tdh-Programmen zum Jugendstrafrecht zusammen. In Kursen können die verschiedenen Akteure ihre Kompetenzen in der Jugendjustiz erweitern, wodurch sie Fällen von Gewalt vorbeugen und die Einhaltung der Grundrechte von Jugendlichen sicherstellen können.

Migrierende Kinder

Unsere Projekte bezwecken den Schutz von Kindern und Jugendlichen, die insbesondere wegen fehlender Perspektiven und dem Risiko von Ausbeutung durch Arbeit migrieren, in ihren Heimatgemeinden und den Zielorten. Unsere lokalen Experten bieten ihnen schulische Unterstützung an und ermöglichen ihnen Zugang zu besseren Informationen. Zudem halten sie Plädoyers vor den Behörden und tragen zur Verbesserung der Gleichstellung zwischen Mann und Frau bei. Die Unterzeichnung eines Abkommens zur Mobilität von Kindern mit dem Parlament macht uns zu einem wichtigen Akteur in der Region.

Gesundheit von Mutter und Kind

In der Region von Santo Domingo arbeiten wir zusammen mit den Gesundheitsdiensten an der Verbesserung des gesundheitlichen Zustands von Kindern und ihren – häufig jugendlichen – Müttern. 2014 wurde unser Einsatz im Bereich der Gesundheit komplett vom Staat übernommen. Seit 2015 fokussieren sich unsere lokalen Teams auf die Prävention von Teenager-Schwangerschaften, denn 26 Prozent der Frauen geben an, vor ihrem 19. Geburtstag ein Kind geboren zu haben.

Nothilfe

Unmittelbar nach dem Erdbeben vom 16. April 2016 an der ecuadorianischen Küste leistete Tdh den betroffenen Kindern humanitäre Hilfe und psychologische Unterstützung. Lern-, spielerische und Freizeitaktivitäten haben es fast 2000 Kindiern ermöglicht, ihre Traumata zu überwinden. 700 Familien haben Küchensets erhalten, mehr als 3000 Kinder wurden mit Nahrung unterstützt und 5000 andere haben von Körperhygienesets profitiert. 6000 Familien erhielten an vier Orten Zugangspunkte zu sauberem Trinkwasser, deren Endinstallation 2017 erfolgte.

Humberto, der seit seiner Geburt körperlich behindert ist, wuchs in armen Verhältnissen auf. Als der Tdh-Gemeindearbeiter ihn zum ersten Mal traf, war er zudem unterernährt, weshalb er behandelt wurde. Tdh betreut ihn noch heute.

Humberto, Mitglied einer der Gemeinschaften von Santo Domingo de los Colorados

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Terre des hommes in Ecuador

Begünstigte / Leistungsempfänger 2017

 

15'062

Internationale / Lokale Mitarbeiter

 

0 / 4

Budget 2018

 

 

CHF 324'600.-

 

 

 

Einsatzgebiete

Mit Unterstützung von

Geschichte

1988
Beginn des Einsatzes von Terre des hommes in Ecuador mit der Eröffnung von Empfangszentren für Kinder, die in einer öffentlichen Deponie von Quito sich selbst überlassen wurden. Unsere Projekte wurden sehr rasch von der lokalen NGO Niñez y Vida übernommen.
1991
Beginn eines Projekts zu selbstverwalteten Kinderkrippen in den benachteiligten Vierteln von Quito.
2002
Beginn der Unterstützung des Projekts zur Bekämpfung von Mangelernährung bei Kindern und von häuslicher Gewalt in den benachteiligten Vierteln der Hauptstadt.
2006
Beginn eines Projekts zur Gesundheit von Mutter und Kind, zum Schutz von Kindern und zur gesellschaftlichen Entwicklung in der Stadt Santo Domingo.
2014
Eröffnung eines Pilotprojekts zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Ausbeutung, Menschenhandel, Missbrauch und risikoreicher Migration.
2018
Abschluss des Projekts zur risikoreichen Migration « Camino Seguro » (eröffnet 2015), das darauf abzielt, den Kinderhandel in der Gemeinschaft Cotacachi zu verhindern.

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Verlinkte Dokumente

Was wir für Kinder in Not erreicht haben: Jahresbericht 2017
Kommunale Interventionsverfahren im Kinderschutz. Die Fälle Brasilien, Kolumbien, Peru, Ecuador und Nicaragua
Thematische Politik 2014 – Restauratives Jugendstrafrecht

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