Carlos Royo,
verantwortlicher Arzt des Sektors der Spezialbehandlungen von Tdh

Seit fast 40 Jahren im Einsatz hat Carlos Royo unzählige Missionen der Hilfeleistung an die Ärmsten durchgeführt, von einem Buschkrankenhaus bis zur Verantwortung der Spezialbehandlungen bei Tdh.

«Einen aussergewöhnlichen Lebenslauf»

Seit fast 40 Jahren im Einsatz, ist Dr. Carlos Royo der verantwortliche Arzt des Sektors der Spezialbehandlungen von Terre des hommes. Nach unzähligen Missionen der Hilfeleistung an die Ärmsten wird seine nächste völlig anders, aber nicht weniger wichtig sein: sich auf die Pensionierung vorzubereiten macht ihm keine Angst. Ein kleiner Einblick in seinen Lebenslauf.

Im Jahr 1977, während seiner ersten Mission als frisch diplomierter Arzt, trifft Carlos Royo auf Hebammen von Tdh und arbeitet mit ihnen in einem Buschkrankenhaus im Kamerun. Er setzt seine Mission für zwei Jahre fort, nachdem er von Tdh rekrutiert wird, die einen Arzt für die Verwaltung des Gesundheitsbezirks einer bergigen Region von Marokko suchen. Durch das Gesundheitsministerium angestellt, widmet er sich für vier Jahre den Ärmsten von Marokko. „Noch heute kommt es selten unter den marokkanischen Ärzten vor, dass sie in einer solch abgelegenen Gegend arbeiten möchten“, bestätigt er.

Bei Tdh arbeitete er zuerst als Delegierter auf Abruf, danach übernahm er die Verantwortung der geographischen Zone Afrikas und organisierte die Soforthilfe nach dem Genozid in Ruanda von 1994. Seit 1993 hält er den Posten des Amtsarztes innerhalb der Stiftung. Die Verantwortung der Spezialbehandlungen, welche vier Personen und die Organisation von über 250 Transfers pro Jahr beinhaltet, übernimmt er ab 1997.

Heute beinhaltet seine Arbeit einerseits die Entwicklung von Partnerschaften mit Schweizer Spitäler und denen vor Ort, andererseits die Analyse der neuen Dossiers von schwerkranken Kindern. „Wir erhalten jedes Jahr fast 600 neue Anfragen!“, erzählt er. „Basierend auf den vor Ort ausgeführten Analysen, verteilen wir diese hauptsächlich unter unsere Partnerspitäler in der Schweiz sowie in Spanien und in Frankreich.“

Hinzu fügt er: „Wir garantieren die Nachprüfung von über 900 Patientendossiers jedes Jahr.“ Die Kinder werden nach ihrer Rückkehr bis zu ihrer Volljährigkeit regelmässig kontrolliert, und auch noch danach wenn nötig. Tdh und das Spital, in welchem das Kind operiert wurde, erhalten eine Kopie des Dossiers für eventuelle Kommentare und Nachbehandlungen. Es kommt vor, dass ein Erwachsener, welcher von einer Behandlung profitiert hat, Jahre später wieder operiert werden muss.