30.01.2018 - Nachrichten

2018: Drei grosse Herausforderungen für die Kinderhilfe

Kinder sind die ersten Opfer von Konflikten, die weiterhin in vielen Ländern toben. Gewalttätigkeiten, aber auch Naturkatastrophen werden wohl auch dieses Jahr enorme humanitäre Bedürfnisse verursachen. Vor welchen grossen Herausforderungen stehen wir 2018?

Monsun mit hohem Risiko für Rohingya-Familien

Die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch überleben in prekären Verhältnissen. Terre des hommes ist zu ihrer Unterstützung vor Ort.

Den 860'000 Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch könnte das Schlimmste ihres Martyriums erst noch bevorstehen. Nach ihrer Flucht vor den Gewalttaten in Myanmar überleben sie in äusserst prekären Verhältnissen. Die kommende Regenzeit, die im März beginnt und im Sommer von Monsun und möglichen Wirbelstürmen gekennzeichnet ist, wird sich als eine eigentliche Katastrophe herausstellen. Überschwemmungen gefährden die 500'000 Kinder des Lagers, weil sie die Hygiene verschlechtern und die Ausbreitung von Krankheiten wie Ruhr, Durchfallerkrankungen und Diphtherie begünstigen. Zudem sind Erdrutsche zu befürchten, da die Notlager von Cox’s Bazar auf entwaldeten Hügeln errichtet wurden. Um dieses Risiko zu vermindern hat Terre des hommes ihre Gemeinschafts- und Gesundheitszentren erhöht und mit flutsicheren Materialien gebaut. Wir stehen den Rohingya-Flüchtlingen seit 2017 zur Seite, hauptsächlich Müttern und ihren mangelernährten Kindern.

Irak, ein Dach über dem Kopf

Terre des hommes setzt sich für hilfsbedürftige Kinder im Irak ein, sodass sie wieder ein Dach über dem Kopf haben.

Das offizielle Ende des Kriegs gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak bedeutet nicht, dass die Familien keine humanitären Bedürfnisse mehr haben. Erstmals versuchen mehr Menschen an ihren Herkunftsort zurückzukehren als ihn zu verlassen: Ende des vergangenen Jahres waren 3,2 Millionen Personen an ihren Herkunftsort zurückgekehrt gegenüber 2,6 Millionen Binnenflüchtlingen, stellt die Internationale Organisation für Migration (IOM) fest. Als erste Kinderhilfsorganisation, die Familien direkt an der Frontlinie unterstützt hat, bleibt Terre des hommes an ihrer Seite, um ihnen bei der Heimkehr zu helfen. Viele finden ihren Herkunftsort in Trümmern vor. In Zusammenarbeit mit der Organisation Better Shelter werden wir 1500 Notunterkünfte an die Bedürftigsten verteilen. Diese Unterkünfte, deren Design von Ikea entwickelt wurde, können von den vertriebenen Familien mitgenommen und in der Nähe ihres früheren Zuhauses wiederaufgebaut werden.

Verbesserte Diagnose für Kinder in Westafrika

Mit der innovativen App IeDA von Terre des hommes, kann das Gesundheitspersonal in Burkina Faso verbesserte Diagnosen stellen und Kinderleben retten.

Das Recht auf Gesundheit bleibt noch immer vielen Kindern in Westafrika verwehrt. In Burkina Faso zum Beispiel stirbt ein Kind von zehn vor seinem fünften Geburtstag. Eine Verbesserung der medizinischen Diagnose hilft, Kinderleben zu retten. Das ist genau, was wir mit unserer mobilen App IeDA erreichen. Mit dieser Innovation hat das medizinische Personal in Burkina Faso seit 2014 eine Million Kinder untersucht. IeDA erlaubt die Erstellung einer verbesserten Diagnose, indem die Daten der Kinder mit einem Tablet erfasst werden. Dieses Jahr haben wir uns zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit der Regierung Burkina Fasos die Reichweite des Tools zu vergrössern, sowie auf andere Länder zu erweitern, um dazu beizutragen, 2018 noch mehr Kinderleben zu retten.

Bildernachweis: © Tdh