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17.12.2019 - Nachrichten

In Bagdads Kindergefängnissen

Ihr Arbeitsort ist eher ungewöhnlich. Malak Jumaah Madhi, Sozialarbeiterin bei Tdh, begibt sich in Begleitung ihrer KollegInnen jeden Tag in die Haftzentren für Kinder und Jugendliche von Bagdad. Das kleine Team, bestehend aus zehn SozialarbeiterInnen und einem Psychologen, setzt sich für die Verteidigung der Rechte und die Verbesserung der Situation von Hunderten inhaftierter Kinder im Irak ein.

Voller Ungeduld erwarten sie die Ankunft des Teams. Die Jüngsten sind knapp neun Jahre alt. Die meisten jungen Häftlinge sind während des Konflikts als Opfer von Manipulation oder unter Zwang in die Fänge des Islamischen Staates (IS) geraten und sehen sich heute mit harten Strafen konfrontiert, da man ihnen Verbindungen zur Jihadistenorganisation vorwirft. Einige werden auch aufgrund anderer Tatbestände festgehalten. Die Arbeit von Tdh erfolgt unabhängig vom jeweiligen Anklagepunkt.

Trauma und andere psychische Störungen wie posttraumatischer Stress machen diesen Kindern, die in von Gewalt geprägten Umgebungen aufgewachsen sind, besonders zu schaffen. Dies äussert sich in aggressivem Verhalten, Wut, Depression, Suizidgedanken oder gar Selbstmordversuchen. Angesichts dieser psychischen Not ermöglichen die von Malak und ihren Kollegen angebotenen Aktivitäten, sie etwas aufzuheitern.


Malak Jumaah Madhi

«Wir bieten diesen Jugendlichen psychologische und psychosoziale Unterstützung, sei es in Einzel- oder in Gruppensitzungen. Gemeinsam machen wir Übungen, um ihnen beizubringen, mit ihrer Wut und ihrem Stress umzugehen, ihre Gefühle auszudrücken, Probleme und Konflikte zu lösen und Entscheidungen zu treffen», erklärt sie.

Die Sitzungen dauern jeweils 45 bis 60 Minuten und sind partizipativ, das heisst, die Kinder können ihre Meinung abgeben und sagen, was sie empfinden. «Die Jugendlichen wollen wie Menschen behandelt werden. Sie brauchen jemanden, dem sie sich anvertrauen können, sie müssen ihre Gefühle ausdrücken können.»

Die positiven Effekte sind schnell spürbar. «Die Jugendlichen schätzen unsere Arbeit und erkennen die vorteilhaften Auswirkungen auf ihr eigenes Verhalten. Es gibt weniger Aggressivität. Einer von ihnen kam zu mir und sagte: ‹Wenn ich jetzt genervt bin, rufe ich mir die Schritte in Erinnerung, die ich befolgen muss, und das vermindert meine Wut.›»

In der Nachkriegszeit ist das Justizsystem überlastet und Verfahren dauern viel länger. Kinder zum Beispiel können manchmal zwei bis drei Jahre in Untersuchungshaft bleiben, ehe sie ein Urteil erhalten, obwohl in den meisten Fällen die gesetzliche Frist sechs Monate beträgt. «Unsere Arbeit ist sehr wichtig, denn wir sind die einzige NGO, die sie hier erbringt», hält die junge Frau abschliessend fest.

Diese Arbeit erfolgt in Zusammenarbeit mit den irakischen Ministerien für Justiz und Inneres, den lokalen Behörden und dem Gefängnispersonal. Als Ergänzung zur psychologischen Unterstützung bietet unser Team über eine lokale Organisation auch Ausbildungshilfe und Rechtsberatung, damit die Rechte der Kinder respektiert werden und die Verfahren gerecht und ihrer Situation angemessen sind. Um die Nachhaltigkeit des Einsatzes sicherzustellen, trägt Tdh dazu bei, das irakische Jugendstrafsystem zu stärken, indem darin arbeitende Personen eine Ausbildung erhalten.

 

Bildernachweis : © Tdh/Mélanie Rouiller – Das Titelfoto ist ein Symbolbild.

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