Nothilfe Afghanistan
Kinder in Afghanistan brauchen Ihre Hilfe!  
08.10.2013 - Nachrichten

Das Wohlergehen eines Kindes ist nicht mit Gold aufzuwiegen

Die Schweiz fungiert heute als Drehscheibe des internationalen Goldhandels: Mehr als zwei Drittel der Weltproduktion durchläuft Schweizer Raffinerien. Als Edelmetall par excellence macht Gold nicht nur Schmuckliebhaber glücklich, es ist auch Bestandteil von Millionen elektronischer Geräte weltweit. Ein lukratives Geschäft, hinter dem sich eine äusserst düstere Realität verbirgt.

Die Hölle des Kleinbergbaus

Die Goldgewinnung wirft zahlreiche Kontroversen auf. Schlimmste Arbeitsbedingungen, fehlende Sicherheitsnormen, Abbaumethoden, die für die Umwelt und die Gesundheit von Arbeitern und umliegenden Gemeinschaften schädlich sind – dies ist in zahlreichen Abbaugebieten weltweit Alltag. Und auch der massive Einsatz von Kindern als Arbeitskräfte ist gang und gäbe. Eine traurige Realität, die sich unter anderem in handwerklich betriebenen Goldminen in Burkina Faso beobachten lässt.

Die Mehrheit der Kinder, die in der Region Zorgho im Kleinbergbau arbeiten, stammt aus den umliegenden Dörfern. Nicht selten sind aber auch Kinder dabei, die aus entfernteren Regionen oder gar aus dem Ausland kommen, aus Togo, Benin oder Ghana, sei es in Begleitung ihrer Eltern oder allein. Meistens gehen sie nicht mehr zur Schule oder wurden gar niemals eingeschult.

Im Allgemeinen gelangen die Kinder aus eigener Initiative an die Goldschürfstätten. Sie sind vielleicht einem dort arbeitenden Verwandten gefolgt, oder dem Aufruf eines sogenannten «Loch-Besitzers». Meistens arbeiten sie für Dritte, die ihnen nach eigenem Gutdünken ein Entgelt zahlen.

In der gesamten Abbaukette eingesetzte Kinder

Es sind die Jungen – im Allgemeinen die älteren –, die ohne jede Sicherheitsvorkehrungen Stollen graben, um Gestein zu abzubauen. Eine körperlich anstrengende, sehr gefährliche Arbeit, die zu bedeutenden Gesundheitsschäden führen kann. Nicht selten kommt es zu Erdrutschen, die zahlreiche Todesopfer fordern.

Das Zerkleinern und Zerstossen des Gesteins an der Erdoberfläche sind ebenfalls äusserst gesundheitsschädliche Tätigkeiten. Manchmal werden dazu sehr junge Kinder und Mädchen eingesetzt, für eine Arbeit, die ihre Kräfte bei weitem übersteigt. Der allgegenwärtige Staub ist hochgiftig und kann schwere Krankheiten hervorrufen.

Auch die nächsten Vorgänge in der Produktionskette bieten kaum bessere Bedingungen: Um das Edelmetall vom Gestein zu trennen, verwenden die Goldwäscher Quecksilber und Zyankali, zwei äusserst giftige Substanzen. Die Kinder sind häufig den Dämpfen dieser Produkte ausgesetzt, die oft auch nicht richtig entsorgt werden und in die Böden oder Wasserläufe gelangen, wo sie eine für die Gesundheit der Bevölkerung verheerende Verschmutzung verursachen.

Die Kleinbergwerke sind auch Orte, wo allerlei Nebentätigkeiten florieren wie der Wassertransport oder die Verpflegung. Leider gehört auch die Prostitution dazu. Junge Mädchen werden hier in der Tat häufig auch sexuell ausgebeutet.

Für eine weniger düstere Zukunft

Terre des hommes ist in den Goldminen der Region Zorgho aktiv, sowie in Essakane, Gorol und Gangaol im Norden des Landes, um Kinder zu schützen und ihnen zu helfen, eine Alternative zu ihrer täglichen Schufterei zu finden. Das Programm spricht unterschiedliche Altersgruppen an, um ihnen eine geeignete Lösung zu bieten.

In Zusammenarbeit mit Partnern unterstützt Terre des hommes die Einschulung von in den Kleinbergwerken oder den umliegenden Dörfern lebenden Kindern. Das Projekt übernimmt die Bezahlung der Schulkosten, den Kauf von Schulmaterial, unterstützt einzelne Einrichtungen (namentlich gemeinschaftliche Kindergärten, sogenannte «Bisongo») und organisiert psychosoziale und spielerische Aktivitäten für Schulkinder.

Unsere Stiftung unterstützt auch die Berufsausbildung von Jugendlichen, die in den Goldminen arbeiten, und ihre Suche nach Alternativen dazu. In ANPE-Zentren können sie eine Lehre machen (Mechanik, Schreinerei, Schneiderei usw.), die sich hauptsächlich an 15- bis 17-Jährige richtet.

Das Projekt möchte Jugendlichen und Familienmüttern auch helfen, unabhängige Erwerbsmöglichkeiten zu entwickeln (Viehzucht, Kleinhandel, Gärtnern usw.), indem es ihnen technische und finanzielle Unterstützung bietet.

All diese Aktivitäten zielen in dieselbe Richtung: Kindern ermöglichen, dieses für ihre Gesundheit und Entwicklung gefährliche Umfeld zu verlassen und ihnen die Mittel für den Aufbau einer besseren Zukunft zu geben.

Die Arbeit von Terre des hommes führt jedes Jahr zu einem positiven Wandel im Leben von mehr als zwei Millionen Kindern und ihren Angehörigen. Erfahren Sie mehr zu unseren Projekten in Burkina Faso.

Verlinkte Tags
Zurück zu den Nachrichten