Nothilfe Rohingya
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05.09.2017 - Nachrichten

Dürre in Kenia: Bereits über 420‘000 Kinder unterernährt

Die Hungerkrise in Ostafrika weitet sich aus. Mittlerweile sind auch in Kenia über 420‘000 Kinder unternährt. Terre des hommes (Tdh) ist in Garissa County an der Grenze zu Somalia vor Ort, wo mehr als 26‘000 Kinder betroffen sind und plant, ihre Aktivitäten weiter auszubauen, um möglichst viele bedürftige Kinder zu erreichen.

In Ostafrika verschärft sich die Nahrungsmittelknappheit. Nachdem im Südsudan bereits eine akute Hungersnot ausgerufen wurde, meldet nun auch Kenia immer mehr flächendeckende Unterernährung. Landesweit sind bereits über 420‘000 Kinder davon betroffen, rund 80‘000 Fälle davon sind lebensbedrohlich. „Die Situation wird sich in den kommenden Monaten weiter verschlechtern. Der Klimawandel und die Absenz von Regenfällen verschlimmern die Dürre ausserdem von Jahr zu Jahr“, warnt Marie Joron, unsere Delegationsleiterin in Kenia.

Terre des hommes ist in Garissa County im Nordosten des Landes an der Grenze zu Somalia im Einsatz. Die Region, welche auch Dadaab, eines der grössten Flüchtlingslager der Welt, beherbergt, ist durch den Konflikt im Nachbarland mit bewaffneten Gruppen wie Al-Shabaab bereits schwer gezeichnet. Unsere Aktivitäten begannen 2011 in Garissa im Rahmen der damaligen Hungerkrise am Horn von Afrika.

„Die anhaltende Dürre hat verheerende Auswirkungen auf das Leben der Kinder in Garissa County. Mehr als 26‘000 Kinder sind unternährt und praktisch alle Kinder sind von einer Knappheit an Essen, Wasser und Gesundheitsleistungen betroffen. Die Dürre bringt ausserdem tückische Nebeneffekte mit sich, was den Schutz dieser Kinder anbelangt. Sie zwingt Familien zu negativen Bewältigungsmechanismen: Um ihre Existenz sicherzustellen, schicken sie ihre Kinder zum arbeiten oder drängen die Mädchen dazu früh zu heiraten“, erklärt Marie Joron weiter.

Wir unterstützen daher das kenianische Gesundheitsministerium in seinen Aktivitäten gegen die Unterernährung und verbessern die Qualität und den Zugang zur Nahrungsversorgung. Gesundheitspersonal wird geschult und die Behandlung von unter 5-jährigen Kindern und schwangeren und stillenden Frauen sichergestellt. Ausserdem wird die Ernährungssituation im County eng überwacht, um schnell Hilfe leisten zu können. Aufgrund der Dringlichkeit der Situation sollen unsere sobald als möglich auf das benachbarte Tana River County ausgedehnt und mit Hygieneprojekten unter anderem gegen Cholera ergänzt werden.

Bildnachweis: ©Mélanie Rouiller