16.06.2016 - Nachrichten

Illegale Inhaftierung von Migrantenkindern in der Schweiz: ein unzulässiger Mangel an Transparenz.

Lesen Sie den Bericht:

Illegale Inhaftierung von Migrantenkindern in der Schweiz: ein Lagebericht.

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„Migrierende Kinder, sei es begleitet, von ihren Eltern getrennt oder unbegleitet, dürfen nicht in Gewahrsam genommen werden. Der Migrationsstatus darf in keinem Fall eine Widerrechtlichkeit darstellen und niemals rechtfertigen, dass Kinder aus diesem Grund festgehalten werden.“

Jean Zermatten, Gründer und ehemaliger Leiter des Internationalen Instituts der Rechte des Kindes (IDE), Ehemaliger Präsident des UN-Kinderrechtsausschusses.

Zum Anlass des Seminars  «Förderung von Alternativen zur Inhaftierung von Migrantenkindern in der Schweiz», präsentiert Terre des hommes ihre neue Studie über die illegale Inhaftierung von Migrantenkindern in der Schweiz.

Die internationale Gemeinschaft hat in den letzten Jahren zunehmend zum Ausdruck gebracht, dass es notwendig ist, keine freiheitsentziehenden Massnahmen mehr gegenüber Kindern auszusprechen. Trotzdem verfügt die Schweiz, wie auch viele andere Länder, nicht über ausreichende Informationen, um das volle Ausmass des Problems einschätzen zu können.

Um dem Problem des Mangels an Informationen über die Administrativhaft von Kindern in der Schweiz beizukommen, analysierte Terre des hommes 2015 die Situation ausländischer Kinder in der Schweiz, die aufgrund ihres Migrationsstatus freiheitsentziehenden Massnahmen unterzogen werden. Durch die Studie wurde ein deutliches Fehlen an Transparenz ersichtlich. Wir wissen nicht genau, wo Kinder in administrativer Haft gehalten werden. Von allen Kantonen haben nur acht vollständig auf unsere Fragen geantwortet. Sechs gaben gar keine Antwort. Die vollständige Studie ist in drei Sprachen verfügbar.

Das Seminar «Förderung von Alternativen zur Inhaftierung von Migrantenkindern in der Schweiz» findet am Donnerstag 16. Juni in Bern statt. Es nehmen folgende Personen teil:

  • Frau Doris Fiala, Berichterstatterin für die Kampagne «zur Beendigung der Abschiebhaft der Kinder»;
  • Herr Vito Angelillo, Geschäftsleiter Terre des hommes ;
  • Herr Albrecht Dieffenbacher, Chef Stabsbereich Recht im Staatssekretariat für Migration;
  • Frau Sandra Imhof, Geschäftsführerin Nationale Kommission zur Verhütung von Folter, Schweiz;

Und Vertreter des HCR, Amnesty International, der Schweizerischen Flüchtlingshilfe sowie der International Detention Coalition.

Terre des hommes bedankt sich besonders beim Global Detention Project für die durchgeführte Studie sowie bei den kantonalen Behörden und dem Staatssekretariat für Migration für ihre wertvolle Zusammenarbeit.

Bildnachweis: © Tdh / Ollivier Girard